Über mich

„Ich bin nicht nach Kenia gekommen, um ein Buch zu schreiben.„

Vom Projekt zur persönlichen Reise

Angefangen hat alles 2010 mit der Sozialinitiative eines großen Unternehmens, die ich über viele Jahre leiten durfte. Was als berufliche Aufgabe begann, wurde zu einer Reise, die meinen Blick auf Menschen und Veränderung nachhaltig geprägt hat.

Ich wollte Kenia nicht nur auf Dienstreisen erleben oder Projekte umsetzen. Ich wollte verstehen: Wie erleben Menschen ihren Alltag? Was bewegt sie? Was wollen sie selbst verändern?

Mein Weg führte mich in Nairobis informelle Siedlungen, in kleine Dörfer und soziale Zentren, zu Bauernfamilien und Fischergemeinschaften, zu jungen Müttern, Fußballspielerinnen, Schulen, Kleinunternehmen, ländlichen Kooperativen und Frauenspargruppen.

Aus vielen Begegnungen sind Geschichten geworden. Manche dauerten nur wenige Stunden. Andere begleiten mich bis heute.

Menschen als Gestalter ihrer Zukunft

Was mich immer wieder tief beeindruckt: Die meisten Menschen warten nicht darauf, dass andere ihre Probleme lösen. Sie nutzen externe Unterstützung, um Not zu überbrücken – und als Katalysator für eigene Schritte. Die wirkliche Veränderung wächst von innen, wenn Menschen selbst handeln.

Sobald ein Funken Hoffnung entsteht, Material greifbar ist oder ein Moment der Stärke spürbar wird, packen sie an – Frauen wie Männer gleichermaßen.

Aus ersten Impulsen entsteht oft etwas Großes: eigene Ideen, kleine Unternehmen, neue Netzwerke und gegenseitiges Lernen. Es wachsen Selbstwirksamkeit, Stolz und Zusammenhalt – selbst unter Bedingungen, die für uns kaum vorstellbar sind.

Wenn sich Menschen darüber hinaus vernetzen, Erfahrungen teilen und gemeinsam an einem Strang ziehen, multipliziert sich diese Kraft. Die größte Wirkung entsteht genau da, wo Zivilgesellschaft, lokale Initiativen, Organisationen und Unternehmen nicht nebeneinander, sondern miteinander handeln.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum ich Kenia heute anders sehe.

Nicht als „Entwicklungsland“.
Nicht als exotisches Reiseziel.
Und auch nicht als Sammlung von Problemen.

Sondern als einen Ort voller Menschen mit Ideen, Mut, und Geschichten. Menschen, von denen wir genauso viel lernen können, wie wir gemeinsam mit ihnen bewegen können.

Eine Frage, die geblieben ist

In meiner beruflichen Arbeit habe ich viele Jahre an der Schnittstelle von Unternehmen, sozialen Organisationen und lokalen Gemeinschaften gearbeitet – und tue das bis heute.

Dabei begleitet mich eine Frage:

Was passiert, wenn wir Menschen nicht als Zielgruppen oder Teil eines Projektes betrachten, sondern als Gestalter ihrer eigenen Zukunft?

Diese Frage wurde zum roten Faden meiner Arbeit – und schließlich zum Ausgangspunkt für dieses Buch.

Warum dieses Buch?

Ich möchte keinen weiteren Reisebericht schreiben und keine vertrauten Afrikabilder bedienen.

Ich möchte einen Blick von Mensch zu Mensch ermöglichen.

Ich erzähle von Menschen, denen ich begegnet bin, von Orten, die mich geprägt haben, und von Momenten, die mir gezeigt haben, dass Veränderung oft ganz anders beginnt, als wir denken.

Vielleicht entdeckst du darin ein Kenia, das du so noch nicht kennst.
Vielleicht erkennst du etwas Vertrautes.
Und vielleicht nimmst du von einer Begegnung eine Frage mit, die noch ein wenig weiterreist.

Denn manche Reisen enden mit schönen Fotos.

Andere bleiben.